Fortsetzung von Teil I
Soll die Prostitution abgeschafft werden, fragte Günter Jauch in einer seiner Talk-Shows. Die deutschen Männer sind sich, laut Infratest-Umfrage, weitgehend einig: Nein. Leider auch die Frauen: Angeblich 78% von ihnen finden die derzeitigen Verhältnisse offenbar ok. Kein Wunder, wenn in einer frauenfeindlichen Gesellschaft der Hälfte der Bevölkerung offenbar jegliches Gefühl für Menschenwürde abtrainiert worden ist, falls es denn je existiert hat.
In Deutschland ist die Prostitution seit 2002 legal. Ausgerechnet Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger FDP trieb das Deregulierungsgesetz zur Prostitution voran. Das Gesetz wurde am 14. Dezember 2001 mit den Stimmen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und PDS gegen die Stimmen von CDU/CSU angenommen. Seitdem stieg die Zahl der Prostituierten sprunghaft an. Dass dadurch erwartungsgemäß auch die Preise für diese Dienstleistung sanken, ist eine Folge der Marktlogik, dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Die Frau wird auf den Status einer allzeit käufliche Ware herabgewürdigt. Inzwischen ist Deutschland das "Bordell Europas", ein Paradies für Menschenhändler, Kinderschänder und Zuhälter. Auch bei diesem Thema lohnt ein Blick in die Webforen, um die Rückständigkeit, das Anachronistische der deutschen Männergesellschaft zu erkennen.
Bordell Europas
Soll die Prostitution abgeschafft werden, fragte Günter Jauch in einer seiner Talk-Shows. Die deutschen Männer sind sich, laut Infratest-Umfrage, weitgehend einig: Nein. Leider auch die Frauen: Angeblich 78% von ihnen finden die derzeitigen Verhältnisse offenbar ok. Kein Wunder, wenn in einer frauenfeindlichen Gesellschaft der Hälfte der Bevölkerung offenbar jegliches Gefühl für Menschenwürde abtrainiert worden ist, falls es denn je existiert hat.
"Tatsächlich gibt es für Städte und Bundesländer nicht so viele Möglichkeiten, gegen Prostitution vorzugehen. Die Bundesregierung hat das Prostitutionsgesetz 2001 neu geregelt. Prostituierte sollte ein Beruf wie jeder andere werden, sozialversichert und besteuert. Wer sich mit Leuten unterhält, die sich in der Szene auskennen, egal ob Polizisten oder Zuhälter, bekommt zwölf Jahre später zu hören, dass sich eigentlich nichts zum Besseren geändert hat. Das gutgemeinte Gesetz nutze vielmehr Zuhältern und Menschenhändlern statt den betroffenen Frauen. (...) Keine Krankenversicherung nimmt eine Prostituierte zu bezahlbaren Konditionen. Und weil der Staat Steuern erheben will, aber die Einnahmen kaum nachprüfen kann, verlangen manche Städte etwa pauschal 25 Euro pro Tag von Bordellbetreibern. Die geben die Kosten meistens an die Prostituierten weiter, auch wenn sie nur 100 Euro am Tag verdienen." (SPIEGEL online, "Saarbrücken: Die Prostitution hat unerträgliche Ausmaße angenommen", 25.09.2013)

