"Die Macht kann großen
Einfluss haben auf die geistig Schwachen."
Obi-Wan Kenobi, in: Star Wars IV,
1977, Regie: George Lucas
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| Berge und Licht, Aquarell |
Seit Jahrzehnten werden uns Glaubenssätze wie
"Wenn jeder für sich selbst sorgt, ist für alle gesorgt"
(Google-Hits: 1.770.000, 19.10.2012) um die Ohren gehauen. Damit erteilen sich
die Privilegierten selber Absolution, sprechen sich von jeglicher
Mitverantwortung, von jeglicher Verpflichtung, von jeglicher Solidarität
frei. Das Mantra der Eigenverantwortung ist selber ein Produkt des
primitiven, monadischen, neoliberalen Menschenbildes: Hier das autonome,
eigenverantwortliche Individuum, drumherum der Rest, d.h. die anderen
autonomen, eigenverantwortlichen Individuen, ein Symptom der intellektuellen Unfähigkeit,
Wechselwirkungen zu erkennen, der historischen, gesellschaftlichen und
kulturellen Bedingtheit von Werten, von Verhaltensnormen. Es kann gar kein Ich,
kein Selbst, keine Identität ohne soziale Interaktion, ohne Gesellschaft geben.
Ein Dogma, das die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Gesellschaft
und die allgegenwärtige strukturelle Gewalt komplett ausblendet, negiert, ist
die Legitimation für reale und perpetuierte Ungerechtigkeit und Grausamkeit,
für Menschenrechtsverletzungen, für die Verweigerung von existentiellen
Selbstbestimmungs- und Lebenschancen.