Seiten

Posts mit dem Label Feminismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Feminismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Mulier taceat in ecclesia II

Fortsetzung von Teil I

Bordell Europas


Soll die Prostitution abgeschafft werden, fragte Günter Jauch in einer seiner Talk-Shows. Die deutschen Männer sind sich, laut Infratest-Umfrage, weitgehend einig: Nein. Leider auch die Frauen: Angeblich 78% von ihnen finden die derzeitigen Verhältnisse offenbar ok. Kein Wunder, wenn in einer frauenfeindlichen Gesellschaft der Hälfte der Bevölkerung offenbar jegliches Gefühl für Menschenwürde abtrainiert worden ist, falls es denn je existiert hat.
In Deutschland ist die Prostitution seit 2002 legal. Ausgerechnet Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger FDP trieb das Deregulierungsgesetz zur Prostitution voran. Das Gesetz wurde am 14. Dezember 2001 mit den Stimmen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und PDS gegen die Stimmen von CDU/CSU angenommen. Seitdem stieg die Zahl der Prostituierten sprunghaft an. Dass dadurch erwartungsgemäß auch die Preise für diese Dienstleistung sanken, ist eine Folge der Marktlogik, dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Die Frau wird auf den Status einer allzeit käufliche Ware herabgewürdigt. Inzwischen ist Deutschland das "Bordell Europas", ein Paradies für Menschenhändler, Kinderschänder und Zuhälter. Auch bei diesem Thema lohnt ein Blick in die Webforen, um die Rückständigkeit, das Anachronistische der deutschen Männergesellschaft zu erkennen.
"Tatsächlich gibt es für Städte und Bundesländer nicht so viele Möglichkeiten, gegen Prostitution vorzugehen. Die Bundesregierung hat das Prostitutionsgesetz 2001 neu geregelt. Prostituierte sollte ein Beruf wie jeder andere werden, sozialversichert und besteuert. Wer sich mit Leuten unterhält, die sich in der Szene auskennen, egal ob Polizisten oder Zuhälter, bekommt zwölf Jahre später zu hören, dass sich eigentlich nichts zum Besseren geändert hat. Das gutgemeinte Gesetz nutze vielmehr Zuhältern und Menschenhändlern statt den betroffenen Frauen. (...) Keine Krankenversicherung nimmt eine Prostituierte zu bezahlbaren Konditionen. Und weil der Staat Steuern erheben will, aber die Einnahmen kaum nachprüfen kann, verlangen manche Städte etwa pauschal 25 Euro pro Tag von Bordellbetreibern. Die geben die Kosten meistens an die Prostituierten weiter, auch wenn sie nur 100 Euro am Tag verdienen." (SPIEGEL online, "Saarbrücken: Die Prostitution hat unerträgliche Ausmaße angenommen", 25.09.2013)

Sonntag, 16. Juni 2013

Mulier taceat in ecclesia I


"Das Überleben der modernen Ökonomien hängt von der bezahlten und unbezahlten Arbeit, der Kaufkraft und der Reproduktionsfähigkeit von Frauen ab. Dass Frauen sich dieser Macht bewusst würden, wäre unerträglich: die Gefahr einer Revolte wäre zu groß. Wenn die Konsumgesellschaft in der Art und Weise weiterexistieren soll wie gewohnt, ist es unabdingbar, dass diese latente Macht enteignet, bezähmt und gefügig gemacht wird."
Laurie Penny: Fleischmarkt, Edition Nautilus 2012, S. 9



Kamanjab, Namibia

Vorbemerkung


Es geht in diesem Essay nicht um die Frage auf Sandkastenniveau, wer die bessere Hälfte ist, es geht nicht um ein primitives Entweder-Oder, um ein Gegeneinander ausspielen. Charaktermängel und verwerfliches Verhalten sind über die Geschlechter gleichmäßig verteilt. Ich habe und hatte in meinem Leben mit völlig verkorksten, abgrundtief niederträchtigen, hinterhältigen, heuchlerischen, feigen und vor allem zum Erbrechen intriganten Frauen zu tun. Sondern es geht um die grundsätzliche Frage nach der Rechtfertigungsfähigkeit von realer männlicher Herrschaft, der männlichen Anmaßung einer a priori-Vorrangstellung, um die Bedingungen der Möglichkeit von Gleichberechtigung, um universale Menschenrechte.