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Sonntag, 28. April 2013

In der Kuschelhöhle


"Walking in cities of stone, the shadows groan
Thousands of people but you're all alone
In your own little zone like a drone
Working in hives all your lives, bowing down to the throne
Born into the age of panic
Into an age of panic
Born into an age of panic
Into an age of panic"
Senser, Age of Panic, 1994



Abstrakt, Aquarell
Die Menschen sind heute so über alle Maßen orientierungslos und überfordert, dass sie scharenweise zum erstbesten, unzweideutigsten Nenner flüchten, an dem sie ihre Biografie, ihre Identität oder das, was sie dafür halten, festmachen können. Als da vor allem wären: das Geschlecht, die Staatszugehörigkeit, der Geburtsort, die Religionszugehörigkeit, der Geburtenjahrgang -  all diese in den meisten Fällen vollkommen kontingenten Fixpunkte sollen nun Sinn und Trost stiften inmitten einer als chaotisch und bedrohlich empfundenen Welt.

Vor allem die Flut der Sendungen und Veröffentlichungen zum Thema Geschlechterunterschiede oder die "Generationen-Bücher" - Generation Golf, Generation X,Generation 2.0., Generation Doof, Generation Praktikum, Generation Ally, und wie sie alle heißen - muss doch allmählich jedem auffallen, ebenso die Wiederkehr der Männerbünde und Burschenschaften, die Heimatseligkeit in den TV-Regionalprogrammen, der Lokalpatriotismus mit seinen Straßen-, Stadtteil- und Dorffesten, der Nationalismus hinter der Fassade des Fussballs, der zunehmende religiöse Fundamentalismus jeglicher Couleur.

Vor der Wahl ist nach der Wahl


Anlässlich der letzten Bundestagswahl 2009 habe ich eine Reihe von Recherchen betrieben, deren Ergebnisse ich aus Zeitmangel nicht rechtzeitig fertigstellen und in öffentlichen Online-Foren posten konnte. Inzwischen steht die nächste Bundestagswahl an und an der Situation hat sich in den letzen 4 Jahren nicht viel geändert. Nachstehend also die entsprechenden Auszüge zum Thema: Unternehmenssteuerreform 2008 und die Folgen

Donnerstag, 11. April 2013

Märchenstunde für Erwachsene


"Die Macht kann großen Einfluss haben auf die geistig Schwachen."
Obi-Wan Kenobi, in: Star Wars IV, 1977, Regie: George Lucas



Berge und Licht, Aquarell
Seit Jahrzehnten werden uns Glaubenssätze wie "Wenn jeder für sich selbst sorgt, ist für alle gesorgt" (Google-Hits: 1.770.000, 19.10.2012) um die Ohren gehauen. Damit erteilen sich die Privilegierten selber Absolution, sprechen sich von jeglicher Mitverantwortung, von jeglicher Verpflichtung, von jeglicher Solidarität frei. Das Mantra der Eigenverantwortung ist selber ein Produkt des primitiven, monadischen, neoliberalen Menschenbildes: Hier das autonome, eigenverantwortliche Individuum, drumherum der Rest, d.h. die anderen autonomen, eigenverantwortlichen Individuen, ein Symptom der intellektuellen Unfähigkeit, Wechselwirkungen zu erkennen, der historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Bedingtheit von Werten, von Verhaltensnormen. Es kann gar kein Ich, kein Selbst, keine Identität ohne soziale Interaktion, ohne Gesellschaft geben. Ein Dogma, das die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Gesellschaft und die allgegenwärtige strukturelle Gewalt komplett ausblendet, negiert, ist die Legitimation für reale und perpetuierte Ungerechtigkeit und Grausamkeit, für Menschenrechtsverletzungen, für die Verweigerung von existentiellen Selbstbestimmungs- und Lebenschancen.

Dienstag, 26. März 2013

The Waste Land


"Denn die ganz Kleinen sind die Touristen von morgen."
Zitat aus einer NDR-Reportage über die Marketing-Aktivitäten der "Blütenkönigin" im Alten Land.



Moon Valley, Namibia
Bildung – angefangen von der frühkindlichen Erziehung im Elternhaus, in den Kindertagesstätten, über die Grund- und weiterführenden Schulen bis hin zur Berufsschule und höheren akademischen Ausbildung: In keinem anderen gesellschaftlichen Bereich sind die Fronten derart verhärtet, wird verbissener um jeden Zentimeter Deutungshoheit, um die Macht über die jungen Köpfe und Seelen, um die zukünftigen Gestalter, um den Erhalt der je eigenen ideologischen Ausrichtung gekämpft.

Das hat seinen guten Grund. Denn die Bedingungen und Veränderungen in diesem Bereich sind für jede Gesellschaftsform auch die wichtigsten, entscheidenden und nachhaltigsten. Die Erkenntnisse der Hirn- und Lernforschung jedenfalls legen nahe, dass keine andere Lebenspanne des Menschen so viele Entfaltungspotentiale parat hält wie die ersten 20 Lebensjahre. Gleichzeitig jedoch – das ist die vielfach verdrängte Schattenseite - gibt es keine andere Lebensphase, die so verletzlich ist, in der so viel kaputt gemacht und unwiderruflich zerstört werden kann, in der zu frühe und falsche Weichenstellungen für einen mittlerweile unsicheren, prekären Arbeitsmarkt so schwerwiegende und in der Regel nicht mehr korrigierbare Folgen haben.