Seiten

Mittwoch, 20. März 2013

Der meistverkaufteste Staubsauger



"Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedankens."
Karl Kraus (1874-1936) in: Die Fackel 288, S. 14, Pro domo et mundo




Man sollte (sollte man wirklich?) sich mittlerweile daran gewöhnt haben, aber es nervt mich weiterhin, und ich werde mich nie daran gewöhnen: In den Medien – Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Nachrichtensendungen – wimmelt es nur so von Schreib- und Sprachfehlern. Die neuen Regeln der Rechtschreibreform, und hier vor allem der Unterschied zwischen dem Relativpronomen "das" und der Konjunktion "dass" (vor der Reform: "daß") haben offensichtlich nicht nur weite Teile der Normalbevölkerung überfordert, sondern sogar die Textprofis, wie folgende Beispiele zeigen.


Mittwoch, 13. März 2013

Geschlossene Gesellschaft


"Den Fortschritt verdanken wir den Nörglern. Zufriedene Menschen wünschen keine Veränderung."
H. G. Wells



Fliegender Drachen. Dänemark
Jean Améry, Carl Friedrich Gauß, Johann Gottlieb Fichte, Adalbert Stifter, Edgar Allan Poe,
Nicolaus Lenau, Hans Christian Andersen, Albert Camus, Miguel de Servantes Saavedra, Charles Dickens, Maxim Gorki, Knut Hamsun, Christian Friedrich Hebbel, Hermann Hesse, Johann Gottfried Herder, Jean Paul,  James Joyce, John Osborne, George Bernhard Shaw, August Strindberg, Jonathan Swift, Leo N. Tolstoi, Vergil, Walther von der Vogelweide, Herbert George Wells.

Und man könnte hier noch Dutzende weiterer Beispiele anführen. Die erste Gemeinsamkeit fällt einem erst auf, wenn man sich die jeweiligen Biografien ansieht. Diese großen Schriftsteller und Denker sind in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, hatten eine unglückliche Kindheit, erlitten früh Schicksalsschläge wie den Tod eines oder beider Elternteils, konnten nur in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten.

Sonntag, 24. Februar 2013

Pavian-Kultur



"Fear, fear - she's the mother of violence
Making me tense to watch the way she breed"
Peter Gabriel, Mother of Violence, 1978




Pavian-Spähtrupp
Jonah Lehrer hat im Magazin "Wired" einen scharfsinnigen Artikel veröffentlicht über den Zusammenhang von sozialen Hierarchien, Hackordnungen und Rangkämpfen, dem daraus resultierenden chronischen sozialen Stress und den gesundheitlichen Folgeschäden. ("Under Pressure. The search for a stress vacine", July 28, 2010).

Ausgangspunkt seiner Überlegungen sind die Studien des Anthropologen Robert Sapolsky über das Sozialverhalten von Pavianen in Kenia Ende der 70er Jahre. Weitere Forschungen und Langzeitstudien in den Folgejahren bestätigen Sapolsky's Thesen. Die gesundheitlichen Schäden von sozialem Stress, nicht nur bei Primaten und Laborratten, sondern auch beim Menschen betreffen das Immun- und Herz-Kreislaufsystem, die Gehirnchemie, sogar die Bildung neuronaler Vernetzungen, und sie verkürzen in hohem Maße die Lebenserwartung.